Beschreibung
Ziele der Maßnahme
- Analyse der Auswirkungen von veränderten Niederschlagsmustern einschließlich Trockenperioden, Starkregenereignisse und Dauerregen auf die Grundwasserstände
- Intensivierung des Grundwasser-Monitorings im Hinblick auf eine potentiell zunehmende Versalzung in BHV
- Etablierung eines Messpunktenetzes durch Ergänzung weiterer Messstellen und problemangepasster Messzyklen
- Engmaschiges Monitoring der Grundwasserstände und Analyse möglicher Einflussgrößen und Wechselwirkungen
- Optimierung der kurzfristigen, flächendeckenden Datenverfügbarkeit zu klimabedingten Veränderungen der Qualität und Quantität des Grundwassers
- Erfassung und Prüfung (IST-Analyse) der vorhandenen wasserwirtschaftlichen Daten des Gewässerkundlichen Landesdienstes (GLD) und Identifikation fehlender Daten (SOLL-Analyse), die zu einer Analyse und Auswertung von Datenreihen im Kontext des Klimawandels erforderlich sind
- Durchführung von Analysen und Auswertungen auf Basis wasserwirtschaftlicher Grundlagendaten, insbesondere vor dem Hintergrund notwendiger Anpassungen der Wasserwirtschaft an den Klimawandel
Kurzbeschreibung
Die Veränderung des Meeresspiegels hat Auswirkungen auf die Grundwasserstände im Binnenland und erhöht das Risiko einer zunehmenden Versalzung. Diese Veränderungen beeinflussen u. a. die Trinkwassergewinnung, die gewerbliche und landwirtschaftliche Nutzung des Grundwassers sowie das Setzungsverhalten von Gebäuden. Grundhochwasser nach langanhaltenden Nässeperioden stellt eine zusätzliche Gefährdung dar.
Für eine nachhaltige und klimaangepasste Bewirtschaftung des Grundwassers, sind detaillierte Kenntnisse über die Einflussfaktoren auf dessen Quantität und Qualität erforderlich, darunter geologische Gegebenheiten, der Grundwasserflurabstand und die Grundwasserneubildung. Gleichzeitig müssen vergleichbare Datengrundlagen zu den Oberflächengewässern, die bisher nicht vorliegen, aufgebaut werden. Hierüber werden wichtige Planungsgrundlagen und Beratungsinstrumente für die Auswahl von Maßnahmen bereitgestellt.
Für bestimmte hydrogeologische Aufgaben und Fragestellungen sind präzisere Informationen notwendig, die über das bestehende Grundnetz hinausgehen. Daher soll das bestehende Netz an Schlüsselstandorten erweitert werden, darunter Hochwasser- und Starkregengefahrenzonen, in der Nähe von Grundwasserentnahmestellen und entlang der Küstenlinie zur Überwachung der Versalzung. Eine Überwachung von Salzwasserintrusion erfolgt in den Bereichen, in denen eine Verschiebung der Grenzen zwischen Süß- und Salzwasser besonders wahrscheinlich ist. Dies ist insbesondere der Fall in Bereichen mit einer Grundwasserentnahme.
Bei der Analyse der Einflüsse auf das Grundwasser sind die Auswirkungen von Hochwasserlagen der Wümme sowie die Auswirkungen einer Schließung des Lesum-Sperrwerks mit einzubeziehen.
Darüber hinaus kann auch das Maßnahmen-Monitoring unterstützt werden. Im Zuge des Klimawandels sind neue Herausforderungen an die Datenerhebung und –verarbeitung durch den Gewässerkundlichen Landesdienst entstanden und zu bewältigen. Die skizzierten Arbeiten erweitern die Aufgaben des Gewässerkundlichen Landesdienstes (GLD), der zukünftig die notwendigen wasserwirtschaftlichen Daten zur Umsetzung bereitstellen und wasserwirtschaftliche Klimaanpassungsmaßnahmen in beratender Funktion unterstützen soll. Der GLD soll im Kontext des Klimawandels ergänzende fachliche Arbeiten übernehmen, die sonst extern vergeben werden müssten.
